KLOSTERMÜHLE
KLOSTERMÜHLE
Mühlenweg 5, 17268 Boitzenburger Land
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10 – 16 Uhr
Erwachsene: 5,00 €
Kinder: 2,50 €
Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Klostermühle Boitzenburg nicht barrierefrei.
„Es klappert die Mühle am rauschenden Bach …“ – in Boitzenburg ist es der Strom, der seit Jahrhunderten die Klostermühle antreibt. Er fließt vorbei an der Klosterruine, durch den Tiergarten in Richtung Prenzlau und weiter bis zur Ostsee. Seit über 700 Jahren nutzt die Klostermühle die Kraft dieses Wassers – und erzählt damit ein außergewöhnliches Kapitel regionaler Geschichte. (Motiv zb außen Wasserrad 8067)
Die Klostermühle Boitzenburg wurde erstmals 1271 erwähnt, als die Markgrafen Johann II., Otto IV. und Conrad mit ihrer Stiftung die Erstausstattung des Zisterzienserinnenklosters sicherten. Nach der Auflösung des Klosters in der Reformation gelangte die Mühle zusammen mit dem übrigen Besitz in das Eigentum der Familie von Arnim, in dessen Händen sie bis 1945 blieb. (Motiv zb innen Maschinen oder und Müllerwohnung)
Trotz Zerstörungen und Umbrüche überstand die Mühle die Jahrhunderte – das heutige Mühlengebäude besteht in seiner Grundform seit etwa 1752. Im Inneren wurde die Technik immer wieder an den Stand der Zeit angepasst: Vom Wasserrad über ausgeklügelte Mahl-, Förder- und Sichtsysteme bis hin zur Francis-Turbine, die ab 1919 nicht nur den Mühlenbetrieb, sondern zeitweise ganz Boitzenburg mit elektrischem Licht versorgte.
Bis 1959 wurde hier Mehl gemahlen, bis 1978 Mischfutter hergestellt. Der Erhalt dieses in seiner Vollständigkeit einzigartigen Zeugnisses historischer Mühlentechnik ist der Sammelleidenschaft und Weitsicht des letzten Müllers Willi Witte zu verdanken, der ab 1974 den Grundstein für das heutige Museum legte. (Motiv zb willi witte oder historische aufnahme aus der broschüre)
Seit 1979 ist der Mühlenkomplex als Museum öffentlich zugänglich. Besucher erleben hier nicht nur Maschinen, sondern ein lebendiges Handwerk: Bei Führungen setzt der Museumsmüller Martin Joost das Mahlwerk in Gang, erklärt den Weg des Getreides vom Hebeboden über Steinboden und Sichter bis zur Absackbank, zeigt die historische Bäckerei im Keller, die Müllerwohnung mit der „swarten Köken“, die Stellmacherei und die Schmiede – und erzählt dabei Geschichten aus einer Zeit, die nicht weniger als den Ursprung unserer modernen Industriegesellschaft markiert.
Der Betrieb und Erhalt der Klostermühle liegt bei Martin Joost in den besten Händen. Seit 2012 hat er die Aufgaben des ehemaligen Müllers übernommen. Mit technischem Verständnis, praktischer Vielseitigkeit und großer Sorgfalt kümmert er sich um das denkmalgeschützte Ensemble und trägt dazu bei, die Mühle als lebendigen Ort zu bewahren.